Was ist dein Studentenstatus eigentlich wert?
Studentenrabatte wirken einzeln oft überschaubar. Insgesamt sieht die Sache anders aus. Manche der besten Angebote findet man dort, wo man gar nicht damit rechnet.
Autorenhinweis
Geschrieben von: Larissa Schütz
📌 Kurz erklärt:
Ein Euro im Kino. Sechs Euro im Monat bei Spotify. Beim Laptop können es auf einen Schlag deutlich über hundert Euro sein. Ein Jahr, viele kleine Rabatte: Lea ist 22 und studiert in Augsburg. Wir schauen, was ihr Studentenstatus bei Laptop, Streaming, Sport, Kultur und Co. wert sein kann – und wo es sich lohnt, vor dem Bezahlen noch einmal nachzufragen.
Lea ist 22, studiert in Augsburg und weiß, wie wichtig Rabatte und Vergünstigungen für Studenten im Alltag sein können. Unter der Woche Vorlesungen, zwischendurch Kaffee, abends Freunde treffen. Sie hört gerne Musik, will wieder mehr Sport machen und fährt hin und wieder übers Wochenende nach Hause zu ihrer Familie. Und wie es das ungeschriebene Studentengesetz will, ist am Monatsende zuverlässig zu wenig Geld da.
Doch Lea hat vielleicht nur nicht genau hingesehen: An erstaunlich vielen Stellen muss sie nämlich weniger bezahlen als andere.
Das fängt schon bei einer der größeren Anschaffungen an. Fürs Studium braucht sie einen neuen Laptop. Sie entscheidet sich für einen Windows-Rechner und findet ein Modell von Dell, das aktuell für Studenten 799 Euro kostet. Das reguläre Basismodell startet bei 949 Euro.
150 Euro Unterschied. Dafür lohnt sich das Vorzeigen des Studentenausweises definitiv.
Education-Preise kennen viele von Apple. Es gibt sie aber genauso bei Anbietern von Windows-Rechnern, etwa Dell oder Lenovo. Wer ohnehin einen Laptop kaufen will, sollte also vor dem Bestellen einmal schauen, ob der Hersteller Studenten einen anderen Preis macht. Als Lea den Laptop einrichtet, folgt gleich die nächste Ausgabe – zumindest denkt sie das. Word, Excel und PowerPoint braucht sie fürs Studium schließlich auch.
Nur: Dafür muss sie nicht unbedingt bezahlen. An der Universität Augsburg und an der Technischen Hochschule Augsburg können Studenten Microsoft 365 über ihre Hochschule nutzen. So darf es gerne weitergehen.
Sechs Euro? Klingt erst mal nach nicht viel
Ein paar Wochen später hat der Studienalltag Lea eingeholt. Der Laptop ist längst kein neuer Laptop mehr, sondern einfach der Ort, an dem Hausarbeiten entstehen. Spotify läuft beim Lernen, in der Straßenbahn und auf der WG Party. Und auch beim Streamen zahlt sich der Studentenstatus aus.
Premium Individual kostet aktuell 12,99 Euro im Monat, Studenten zahlen 6,99 Euro. Sechs Euro weniger. Das klingt nach Kleingeld. Bis man bedenkt, wie viele solcher Beträge jeden Monat einfach vom Konto verschwinden. Bei Spotify sind es nach einem Jahr 72 Euro Unterschied – obwohl Lea dafür nichts anders machen musste als vorher.
Das Prinzip gilt auch beim Sport
Wie bei vielen anderen auch, kehrt nach den Semesterferien wieder die Routine ins Leben zurück – und die Motivation. Lea will endlich wieder was für ihren Körper tun und einen Ausgleich zum Studienalltag. Die Lösung ist Sport. Daher liegt es nahe, sich in einem Fitnessstudio anzumelden und auch das geht mit dem Studentenausweis günstiger. Verschiedene Studios in Augsburg bieten Studententarife an. Bei Quickfit24 gibt es zum Beispiel einen Tarif für 18 Euro im Monat bei zwölf Monaten Laufzeit, dazu kommen einmalig 20 Euro Aufnahmegebühr.
Dann erzählt ihr jemand aus dem Seminar vom Hochschulsport.
Also schaut Lea dort erst einmal nach – und findet jede Menge Möglichkeiten, sich zu bewegen, ohne gleich einen klassischen Fitnessvertrag abzuschließen. Viele Kurse laufen über ein ganzes Semester, manche kosten nur einen kleinen Betrag zusätzlich.
Sparen in der Freizeit
Die Woche ist geschafft. Lea steht mit Freunden vor dem Kino und auch hier lohnt es sich, den Ausweis an der Kasse zu zeigen. Durchschnittlich einen Euro weniger fürs Ticket bezahlen Studentenin vielen Kinos in der Stadt. Je nach Kino und Vorstellung kann es auch mehr sein. Genau so sehen viele Studentenrabatte eben aus. Ein Euro hier, ein paar Euro dort. Sechsmal Kino im Jahr, sechsmal einen Euro nicht bezahlt. Kleinvieh macht eben auch Mist.
Und weil es nach dem Film natürlich einiges zu besprechen gibt, zieht die Gruppe weiter. Im Weißen Lamm kosten die meisten Pizzen unter zehn Euro. Wer in Augsburg studiert, begegnet solchen Angeboten immer wieder. Student Specials, Studentenabende, günstige Drinks. Vieles davon entdeckt man nicht bei einer großen Recherche nach „Studentenrabatten Augsburg“, sondern meistens beim Lesen der Karte oder einem Schild vor der Türe.
Ein Abend für 5,50 Euro
Auch der nächste Tipp kommt nicht aus einer Rabatt-App. In Leas Freundesgruppe fragt jemand, wer mit ins Theater will. Normalerweise wäre das vielleicht einer dieser Vorschläge, bei denen erst einmal alle nach dem Preis fragen. Beim Staatstheater Augsburg können Studenten bis einschließlich 27 mit „Theater für fünffuffzig“ zehn Gutscheine für insgesamt 55 Euro bekommen. 5,50 Euro für einen Theaterabend.
Es gibt außerdem Standby-Tickets für neun Euro. Bei bestimmten Konzerten können Studenten bis 27 nach Verfügbarkeit sogar kostenlos hinein. Und plötzlich geht es gar nicht mehr nur ums Sparen.
Für 5,50 Euro sagt Lea vielleicht bei einem Stück zu, das sie nicht kennt. Oder geht in ein Konzert, auf das sie sonst nie gekommen wäre. Ein günstiger Preis lässt dann nicht nur mehr Geld übrig. Er macht Dinge möglich, bei denen man vorher vielleicht gesagt hätte: irgendwann mal.
Freitag Augsburg, Sonntag Heimat
Irgendwann steht Lea wieder am Bahnhof. Rucksack auf dem Rücken, Kopfhörer im Ohr und bereit für ein Wochenende bei den Eltern.
Die My BahnCard 25 kostet aktuell 39,90 Euro, die reguläre BahnCard 25 außerhalb von Sonderaktionen 62,90 Euro. 23 Euro Unterschied. Dafür müsste Lea übrigens nicht einmal studieren – unter 27 reicht.
Es ist ohnehin nicht immer der Studentenausweis selbst, der den Unterschied macht. Manchmal reicht das Alter. Auch beim Konto.
Für ihr PSD GiroSmart zahlt Lea mit 22 Jahren keine Kontoführungsgebühr. Ohne die Voraussetzungen für die kostenlose Kontoführung wären es regulär 4,75 Euro im Monat. Ein großer Cappuccino mehr, den Lea mit ihren Freundinnen trinken gehen kann.
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Einmal fragen kostet nichts
Am Ende ihres Studentenjahres wird Lea sich vermutlich nicht an die vielen Rabatte erinnern. Sie wird sich an andere Dinge erinnern. An Menschen, die sie beim Sport kennengelernt hat. An Abende, die länger wurden als geplant. Vielleicht an dieses eine Theaterstück. An Prüfungen, die besser liefen als gedacht – und an andere, über die wir lieber schweigen.
Diese Ersparnisse als Student liefen einfach nebenher
150 Euro beim Laptop. Jeden Monat sechs Euro bei Spotify. Ein Euro im Kino. Ein günstiger Kurs beim Hochschulsport. Ein Theaterabend für 5,50 Euro. Software über die Hochschule. Hier ein Studentenabend, dort ein günstigerer Tarif.
Man muss daraus keinen Sport machen, aber bei größeren Anschaffungen, Verträgen, Abos, Kultur oder Freizeit lohnt sich eine ziemlich einfache Frage:
„Gibt es das auch für Studenten?“
Denn vielleicht sind es nur zwei Euro. Aber am Ende des Jahres kann es so viel mehr sein.
Die 251 Euro sind eher eine Hausnummer als eine Obergrenze.
Wer regelmäßig Sport macht, Kulturangebote nutzt und bei laufenden Kosten auf Studenten- oder Jugendtarife achtet, kann übers Jahr noch einiges drauflegen.
Nehmen wir nur ein paar Dinge, die Lea ohnehin begegnet sind:
- Beim PSD GiroSmart zahlt sie mit 22 Jahren keine Kontoführungsgebühr; gegenüber 4,75 Euro im Monat ohne die Voraussetzungen für die kostenlose Kontoführung sind das rechnerisch bis zu 57 Euro im Jahr.
- Microsoft 365 kann sie über ihre Augsburger Hochschule nutzen. Beim Hochschulsport gibt es viele Angebote für vergleichsweise kleine Semester- oder Kursbeträge.
Was das in Euro wert ist, hängt natürlich davon ab, was Lea sonst gewählt hätte. Aber als Größenordnung lässt sich sagen: Ein paar Hundert Euro im Jahr sind mit einem ganz normalen Studentenleben durchaus drin. Wer viele der Angebote nutzt, kann auch darüber liegen.
Dafür muss niemand sein Leben nach Rabatten organisieren. Gerade bei größeren Anschaffungen, Abos, Verträgen, Sport und Kultur reicht oft schon die kurze Frage vor dem Bezahlen:
„Gibt es das auch für Studenten?“
Häufige Fragen
Welche Studentenrabatte gibt es?
Studenten können in vielen Bereichen sparen, etwa bei Technik, Streaming, Software, Sport, Kultur, Reisen und Mobilität. Welche Vergünstigungen verfügbar sind, hängt vom Anbieter und teilweise auch vom Studienort ab.
Wie viel kann man mit Studentenrabatten sparen?
Die Ersparnis ist je nach Angebot unterschiedlich. Manche Studentenrabatte bringen nur wenige Euro, bei größeren Anschaffungen wie einem Laptop können Vergünstigungen jedoch deutlich höher ausfallen.
Wo bekommen Studenten Vergünstigungen?
Studentenrabatte gibt es unter anderem bei Elektronikherstellern, Streamingdiensten, Softwareanbietern, Fitnessstudios, Kinos, Museen, Verkehrsbetrieben und zahlreichen Online-Shops.
Wie weist man nach, dass man Student ist?
Häufig reicht ein gültiger Studierendenausweis. Online verlangen Anbieter teilweise eine Verifizierung über die Hochschule, eine Hochschul-E-Mail-Adresse oder spezielle Plattformen für Studentenrabatte.
Gibt es Studentenrabatte auch beim Online-Shopping?
Ja. Viele Online-Shops und Hersteller bieten spezielle Studentenrabatte oder Rabattcodes an. Voraussetzung ist meist, dass der Studentenstatus zuvor online bestätigt wird.
Welche Studentenrabatte gibt es für Laptops und Technik?
Einige Hersteller und Händler bieten Studenten vergünstigte Laptops, Tablets, Zubehör oder Software an. Besonders bei größeren Anschaffungen lohnt es sich deshalb, vor dem Kauf nach Bildungs- oder Studentenpreisen zu suchen.
Welche Streamingdienste bieten Studentenrabatte an?
Verschiedene Musik- und Streaminganbieter haben günstigere Studententarife. Die Angebote und Preise können sich ändern und müssen häufig regelmäßig durch einen gültigen Studentenstatus bestätigt werden.
Gibt es Vergünstigungen für Studenten bei Bahn und öffentlichen Verkehrsmitteln?
Je nach Verkehrsverbund, Hochschule und Tarif können Studenten von Semestertickets, vergünstigten Abonnements oder anderen Mobilitätsangeboten profitieren. Auch bei Fernreisen gibt es teilweise spezielle Angebote für junge Menschen oder Studierende.
Kann man Studentenrabatte auch im Kino, Museum oder Theater nutzen?
Ja. Viele Kinos, Museen, Theater und andere Kulturangebote haben ermäßigte Eintrittspreise für Studenten. Meist muss der Studierendenausweis beim Kauf oder Einlass vorgezeigt werden.
Wie findet man die besten Studentenrabatte?
Es lohnt sich, vor jedem größeren Kauf direkt auf der Website des Anbieters nach Studentenrabatten, Bildungsrabatten oder Vergünstigungen zu suchen. Zusätzlich sollte man auch vor Ort nachfragen, da nicht jeder Studentenrabatt prominent beworben wird.




Urban Uncut
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