Durchstarten Studium
Zwei junge Frauen sitzen sich bei schönem Wetter auf einem Balkon an einem mit Snacks und Kaffee gedecktem Tisch gegenüber. Links, mit braunen Haaren, macht sich notizen. Rechts, mit roten Haaren, schaut in ihr Handy.

Studium planen: Dein kompletter Guide

Alles zum Studienstart 2026: Studienwahl, Wohnung, BAföG und Finanzierung – dein Guide für einen erfolgreichen Start ins Studium.

📌 Kurz erklärt: Start ins Studium 

Der Start ins Studium bringt viele Entscheidungen mit sich: Studiengang wählen, Wohnung finden, Finanzierung sichern und Versicherungen klären. Wer sich früh informiert, Fristen kennt und die wichtigsten Schritte plant, startet deutlich entspannter in diesen neuen Lebensabschnitt.

1. Studiensuche und Anmeldung

Die Wahl des passenden Studiengangs ist oft die größte Herausforderung auf dem Weg ins Studium. In Deutschland gibt es eine enorme Auswahl an Studienfächern und Spezialisierungen, sodass selbst Interessierte mit klaren Vorstellungen – etwa im Bereich Medien, Gesundheit, Technik oder Wirtschaft – vor vielen Detailfragen stehen. Genau hier hilft eine Studienberatung, die an nahezu jeder Hochschule sowie in den Berufsinformationszentren der Bundesagentur für Arbeit angeboten wird. Auch an größeren Hochschulstandorten stehen spezielle Beratungsteams zur Verfügung.

Hilfreiche Orientierung bieten zudem Online-Portale wie Hochschulkompass oder Studis Online, die umfangreiche Informationen zu Studiengängen, Hochschulen und Bewerbungsverfahren liefern. Neben klassischen Informationsangeboten sind inzwischen auch digitale Formate wie Online-Beratung oder virtuelle Campus-Touren fester Bestandteil der Studienorientierung.

Viele Hochschulen ermöglichen es außerdem, sich vor Ort ein Bild zu machen. Hochschulinformationstage, Schnupperstudien oder Schülerstudiengänge geben einen realistischen Einblick in den Studienalltag und helfen bei der Entscheidungsfindung.

So findest du den richtigen Studiengang

Erstelle eine Liste mit deinen Interessen und Stärken und vergleiche die Studieninhalte. Achte dabei auch auf berufliche Perspektiven. Nicht zu vergessen: der Praxisanteil eines Studiengangs kann ein wichtiges Entscheidungskriterium sein.

Für die Zulassung zum Studium ist zunächst die Bewerbung beziehungsweise Immatrikulation an der gewünschten Hochschule erforderlich. Bei zulassungsbeschränkten Studiengängen kommt es jedoch zu Auswahlverfahren. Häufig entscheidet der Numerus Clausus (NC), also die Durchschnittsnote der relevanten Prüfungsfächer der Bewerber. Zusätzlich können Auswahlgespräche, Praktika oder Studierfähigkeitstests berücksichtigt werden.

Bei besonders stark nachgefragten Studiengängen wie Medizin, Pharmazie, Tiermedizin oder Zahnmedizin erfolgt die Vergabe der Studienplätze bundesweit über Hochschulstart. Wichtig ist es, die Bewerbungsfristen einzuhalten: Für das Sommersemester endet sie am 15. Januar, für das Wintersemester meist am 15. Juli.

Neben der Note können auch Wartesemester eine Rolle spielen. Dabei handelt es sich um die Zeit zwischen Schulabschluss und Studienbeginn. In einigen Fällen entscheiden zudem Eignungsprüfungen über die Zulassung, etwa in künstlerischen oder sportlichen Studiengängen.

2. Wohnung finden

Mit dem Studienplatz stellt sich schnell die Frage nach der passenden Unterkunft. Wer nicht die Möglichkeit hat, weiter im Elternhaus zu wohnen, kann zwischen Wohnheimen, WG-Zimmer oder einer eigenen Wohnung wählen. Studentenwohnheime werden meist von Studentenwerken, aber auch von anderen Trägern betrieben und bieten vergleichsweise günstigen Wohnraum. Alternativ sind Wohngemeinschaften besonders beliebt, da sie nicht nur kostengünstiger sind, sondern auch soziale Kontakte erleichtern.

Die Wohnkosten sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen und unterscheiden sich je nach Stadt erheblich. Während Studenten im Wohnheim aktuell im Schnitt etwa 300 bis 400 Euro zahlen, liegen die Kosten für ein WG-Zimmer meist zwischen 450 und 650 Euro. Für eine eigene Wohnung sollten zwischen 500 und 900 Euro eingeplant werden. Besonders in beliebten Universitätsstädten ist Wohnraum knapp und teuer, weshalb eine frühzeitige Suche entscheidend ist.

💡 Tipp: Kümmere dich idealerweise sechs Monate vor Studienbeginn um einen Wohnplatz. Nutze mehrere Plattformen und bereite eine Bewerbungsmappe vor.

Neben der eigentlichen Miete fallen, je nach Wohnsituation, weitere organisatorische Aufgaben an. Dazu gehören die Anmeldung beim Rundfunkbeitrag, das Einrichten eines Internetanschlusses sowie die Zahlung einer Kaution, die maximal drei Monatsmieten betragen darf. Alternativ kann eine Mietkautionsversicherung abgeschlossen werden.

3. Studienfinanzierung

Ein Studium ist mit verschiedenen Kosten verbunden. Neben dem Semesterbeitrag fallen Ausgaben für Miete, Verpflegung, Lernmaterialien und Freizeit an. Insgesamt sollten Studenten aktuell mit monatlichen Kosten von etwa 900 bis 1.200 Euro rechnen.

In vielen Fällen unterstützen die Eltern ihre Kinder finanziell. Reicht diese Unterstützung nicht aus, kann BAföG  beantragt werden. Die Förderung beträgt derzeit bis zu 992 Euro monatlich und setzt sich zur Hälfte aus einem Zuschuss und zur Hälfte aus einem zinsfreien Darlehen zusammen. Die Rückzahlung ist gedeckelt und beginnt erst einige Jahre nach Studienende.

BAföG kurz erklärt

BAföG muss nur teilweise zurückgezahlt werden, maximal 10.010 Euro. Wer frühzeitig oder in größeren Beträgen zurückzahlt, kann von Nachlässen profitieren.

Neben BAföG gibt es weitere Finanzierungsmöglichkeiten wie Studienkredite, Bildungskredite oder Stipendien, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Viele Studenten entscheiden sich zusätzlich für einen Nebenjob. Dabei gilt aktuell eine Minijob-Grenze von 538 Euro monatlich. Insgesamt bleibt ein Jahreseinkommen bis rund 11.604 Euro steuerfrei.

💡 Tipp: Behalte den Überblick über Einnahmen und Ausgaben mit einer entsprechenden App oder Finanztabellen, beispielsweise in Excel.

4. Versicherungen für Studenten

Während des Studiums ist eine Krankenversicherung verpflichtend. Studenten können in der Regel bis zum 25. Lebensjahr über ihre Eltern familienversichert bleiben. Danach ist der Wechsel in die studentische Krankenversicherung notwendig, die aktuell insgesamt etwa 120 Euro monatlich kostet.

Darüber hinaus gehört eine Privathaftpflichtversicherung zu den wichtigsten Absicherungen, die oft noch über die Eltern besteht. Optional, aber sinnvoll, ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die im Falle einer langfristigen Erkrankung finanziellen Schutz bietet. Eine Hausratversicherung lohnt sich hingegen meist nur bei höherwertigem Besitz.

5. Studienstart

Vor dem eigentlichen Studienbeginn bieten viele Hochschulen Orientierungsveranstaltungen an, die den Einstieg erleichtern. In diesen Veranstaltungen lernen Erstsemester wichtige Abläufe, Ansprechpartner und Kommilitonen kennen. Ergänzend helfen Vorkurse dabei, schulisches Wissen aufzufrischen. Viele dieser Angebote finden inzwischen sowohl vor Ort als auch digital statt.

Der Stundenplan wird an Universitäten häufig selbst erstellt. Grundlage dafür ist die Studienordnung, die festlegt, welche Veranstaltungen besucht werden müssen. Unterstützung bieten dabei häufig Tutoren aus höheren Semestern.

In der ersten Woche geht es vor allem darum, sich zurechtzufinden. Dazu gehört das Einrichten eines Bibliothekszugangs, das Kennenlernen der Mensa sowie die Orientierung auf dem Campus. Gleichzeitig lohnt es sich, Freizeitangebote wie Hochschulsport oder studentische Initiativen zu erkunden.

Häufige Fragen

Die Fristen enden meist am 15. Januar (Sommersemester) und 15. Juli (Wintersemester).

Im Durchschnitt zwischen 900 und 1.200 Euro.

Bis zu 992 Euro monatlich, abhängig vom Einkommen der Eltern.

Die Mindestnote, die für einen Studienplatz erforderlich ist.

Früh suchen, Wohnheime prüfen und mehrere Plattformen nutzen.

Ja, ein Minijob bis 538 Euro monatlich ist üblich.

Krankenversicherung ist Pflicht, Haftpflicht wird empfohlen.

Zeit zwischen Schulabschluss und Studienbeginn, relevant bei NC-Studiengängen.

Ja, z. B. Stipendien, Studienkredite oder Nebenjobs.

Orientierung, organisatorische Aufgaben und erste Kontakte knüpfen.