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Diese Versicherung brauchst du im Studium oder Ausbildung

Dein Start ins Studium oder in die Ausbildung stehen bald an. Eine Übersicht, welche Versicherungen du brauchst – und welche nicht.

📌 Kurz erklärt: 

Mit dem Studium oder der Ausbildung beginnt für viele ein komplett neuer Lebensabschnitt: erste eigene Wohnung, WG-Leben, Nebenjob oder Ausbildungsgehalt. Plötzlich musst du dich auch um Dinge kümmern, die vorher oft über die Eltern liefen – zum Beispiel Versicherungen. Aber keine Sorge: Du brauchst nicht sofort zehn verschiedene Policen. Wichtig ist vor allem, dass du gegen Risiken abgesichert bist, die richtig teuer werden können. Krankenversicherung und Haftpflicht gehören praktisch zur Grundausstattung. Alles Weitere hängt davon ab, wie du wohnst, arbeitest und lebst.

Warum Versicherungen wichtig sind

Während der Schulzeit sind viele Jugendliche automatisch über ihre Eltern mitversichert. Doch mit dem Start ins Studium oder in die Ausbildung ändern sich oft die Regeln. Wer auszieht, eigenes Geld verdient oder älter wird, muss sich häufiger selbst absichern.

Gerade am Anfang wirkt das Thema kompliziert. Zwischen Mietvertrag, BAföG, Stundenplan oder neuem Arbeitsplatz haben Versicherungen selten Priorität. Trotzdem lohnt es sich, einmal einen Überblick zu bekommen. Denn ein kleiner Fehler kann schnell teuer werden – etwa ein Wasserschaden in der WG, ein Fahrradunfall oder eine teure Arztrechnung im Ausland. Auf diese Versicherungen solltest du auf dem Schirm haben.

📝 Notiz: Die wichtigste Regel lautet deshalb: Erst die existenziellen Risiken absichern, dann alles andere.

1. Krankenversicherung – Pflicht für Studenten und Azubis

Die Krankenversicherung ist in Deutschland verpflichtend. Ohne sie geht nichts. Unterschiede gibt es hier bei Studenten und Azubis.

Krankenversicherung im Studium

Studenten können meist bis zum 25. Lebensjahr kostenlos über die Familienversicherung der Eltern mitversichert bleiben – solange bestimmte Einkommensgrenzen eingehalten werden.

Danach wechseln viele in die studentische Krankenversicherung. Die Beiträge liegen aktuell meist zwischen etwa 120 und 140 Euro im Monat – abhängig von der Krankenkasse.

Wichtig wird das Thema auch bei Nebenjobs. Wer regelmäßig zu viel arbeitet oder bestimmte Einkommensgrenzen überschreitet, kann seinen Studentenstatus verlieren.

Infos zur studentischen Krankenversicherung

Familienversicherung – wann sie endet

Die kostenlose Familienversicherung endet oft:

  • mit dem 25. Geburtstag
  • bei einer versicherungspflichtigen Ausbildung
  • bei zu hohem Einkommen
  • bei bestimmten Vollzeitjobs

Krankenversicherung in der Ausbildung

Für Azubis gelten andere Regeln. Sobald du eine Ausbildung beginnst und ein Gehalt bekommst, bist du normalerweise selbst krankenversichert. Die Beiträge werden direkt vom Ausbildungsgehalt abgezogen.

Der Vorteil: Du musst dich meist nicht selbst um die Überweisung kümmern. Der Arbeitgeber meldet dich bei der Krankenkasse an.

Gerade beim ersten Blick auf die Gehaltsabrechnung sind viele überrascht, wie viele Sozialabgaben abgezogen werden. Dafür bist du aber auch automatisch in wichtigen Bereichen abgesichert – etwa bei Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung.

💡 Tipp:Es lohnt sich auch in der Ausbildung zu vergleichen, ob es eine bessere Wahl der Krankenkasse gibt, z.B. mehr Leistungen, günstigere Beiträge, Bonusprogramme etc.

2. Haftpflichtversicherung – die wichtigste freiwillige Versicherung

Die private Haftpflichtversicherung gehört zu den wichtigsten Versicherungen. Sie übernimmt Schäden, die du anderen versehentlich zufügst.

Das klingt erstmal harmlos, kann aber extrem teuer werden. Beispiele:

  • Personenschäden: Du verletzt jemanden, zum Beispiel bei einem Fahrradunfall.
  • Sachschäden: Du beschädigst fremdes Eigentum, zum Beispiel einen Laptop.
  • Vermögensschäden: Durch dich entsteht einer anderen Person ein finanzieller Verlust, zum Beispiel Verdienstausfall.
  • Mietsachschäden: Du beschädigst gemietete Gegenstände, zum Beispiel ein Waschbecken.

Besonders Personenschäden können schnell Kosten in Millionenhöhe verursachen.

Viele junge Menschen sind zunächst noch über die Eltern mitversichert. Das gilt aber nicht automatisch immer – etwa bei einer zweiten Ausbildung oder ab einem bestimmten Alter.

Eigene Tarife für Studenten und Azubis gibt es oft schon für wenige Euro im Monat.

Infos zur privaten Haftpflichtversicherung

3. Hausratversicherung – sinnvoll für WG und erste Wohnung?

Die Hausratversicherung ersetzt Schäden an deinem Eigentum – zum Beispiel nach Einbruch, Feuer oder Leitungswasserschäden.

Ob sie sich lohnt, hängt stark davon ab, wie du wohnst und was du besitzt. In einem kleinen WG-Zimmer mit gebrauchten Möbeln brauchst du oft keine große Absicherung. Hast du dagegen einen hochwertigen Laptop, teure Technik oder ein gutes Fahrrad, kann sich die Versicherung lohnen.

Gerade in WGs solltest du außerdem prüfen:

  • Wer ist überhaupt versichert?
  • Gilt die Police für alle Mitbewohner?
  • Sind Fahrräder mit abgesichert?
  • Infokasten: Wann eine Hausratversicherung sinnvoll sein kann

Eine Hausratversicherung lohnt sich eher, wenn:

  • du hochwertige Technik besitzt
  • du ein teures Fahrrad hast
  • du alleine wohnst
  • deine Einrichtung teuer war
  • ein Verlust finanziell schwierig für dich wäre

4. Berufsunfähigkeitsversicherung – früher wichtig als viele denken

Mit Anfang 20 denkt kaum jemand darüber nach, irgendwann nicht mehr arbeiten zu können. Genau deshalb ist die Berufsunfähigkeitsversicherung oft in jungen Jahren besonders günstig.

Sie zahlt eine monatliche Rente, wenn du wegen Krankheit oder Unfall langfristig arbeitsunfähig bist.

Besonders wichtig für Azubis

Für Azubis in körperlichen Berufen kann diese Versicherung besonders sinnvoll sein. Das betrifft zum Beispiel:

  • Handwerk
  • Pflege
  • medizinische Berufe
  • technische Berufe

Denn schon Rückenprobleme oder psychische Erkrankungen können dazu führen, dass der Beruf später nicht mehr ausgeübt werden kann.

⚠️ Wichtig: Trotzdem gilt: Wer nur ein knappes Budget hat, sollte zunächst Krankenversicherung und Haftpflicht priorisieren.

Wann verweigert die Versicherung die Zahlung?

Die Versicherung zahlt in der Regel, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf aus gesundheitlichen Gründen voraussichtlich mindestens sechs Monate lang zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kannst. Entscheidend sind deine konkreten bisherigen Aufgaben – nicht, ob du überhaupt keiner Arbeit mehr nachgehen kannst.

Wichtig ist die Verweisungsklausel:

Abstrakte Verweisung: Der Versicherer verweist auf einen anderen Beruf, den du theoretisch ausüben könntest. Gute Tarife verzichten ausdrücklich darauf.

Konkrete Verweisung: Arbeitest du tatsächlich in einem neuen, hinsichtlich Einkommen und sozialer Stellung vergleichbaren Beruf, kann der Versicherer die Leistung je nach Vertrag ablehnen oder später einstellen.

Beispiel: Eine Pflegekraft kann wegen Rückenproblemen nicht mehr in der Pflege arbeiten, könnte aber theoretisch einen Bürojob übernehmen. Verzichtet der Vertrag auf die abstrakte Verweisung, darf die Versicherung sie nicht allein deshalb auf diesen Bürojob verweisen. Nimmt sie jedoch tatsächlich eine vergleichbare Tätigkeit auf, kann eine konkrete Verweisung geprüft werden.

Darauf achten: Im Vertrag sollte ausdrücklich stehen, dass der Versicherer auf die abstrakte Verweisung verzichtet.

5. Diensthaftpflicht – wichtig für manche Ausbildungsberufe

In einigen Berufen reicht die normale Haftpflichtversicherung nicht immer aus. Das betrifft vor allem:

  • Pflege-Azubis
  • Erzieher
  • medizinische Berufe
  • Beschäftigte im öffentlichen Dienst

Hier kann eine sogenannte Diensthaftpflicht sinnvoll sein. Sie greift bei Schäden, die während der beruflichen Tätigkeit entstehen.

Viele wissen gar nicht, dass sie in bestimmten Situationen persönlich haftbar gemacht werden können.

💡 Tipp: Informiere dich in deinem Beruf, wann du für was persönlich haften musst und ob du dich dagegen absichern kannst

6. Unfallversicherung – braucht man das?

Die gesetzliche Unfallversicherung schützt Studenten und Azubis nur eingeschränkt. Sie gilt meist:

  • in der Hochschule oder im Betrieb
  • auf direkten Wegen dorthin
  • während offizieller Veranstaltungen

Private Unfälle – etwa beim Sport, Reisen oder Feiern – sind darüber meist nicht abgesichert.

Ob sich eine private Unfallversicherung lohnt, hängt vom eigenen Lebensstil ab. Wer viel Sport macht oder risikoreiche Hobbys hat, kann darüber nachdenken.

7. Kfz-Versicherung – besonders für Azubis relevant

Viele Azubis fahren täglich mit dem Auto zur Arbeit oder Berufsschule. Dadurch wird auch die Kfz-Versicherung zum Thema.

Gerade Fahranfänger zahlen oft hohe Beiträge. Deshalb kann es sinnvoll sein:

  • als Zweitwagen der Eltern eingetragen zu werden
  • Fahranfänger-Tarife zu vergleichen
  • früh schadenfreie Jahre aufzubauen

Wer dagegen hauptsächlich Fahrrad oder ÖPNV nutzt, braucht hier natürlich keine zusätzliche Absicherung.

8. Rechtsschutzversicherung – sinnvoll oder unnötig?

Eine Rechtsschutzversicherung ist kein Muss, kann aber in bestimmten Situationen – auch in der Arbeit – hilfreich sein.

Zum Beispiel bei:

  • Streit mit dem Vermieter
  • Problemen im Ausbildungsbetrieb
  • Kündigungen
  • Ärger nach einem Verkehrsunfall

Gerade Azubis erleben manchmal Konflikte im Betrieb oder Unsicherheiten rund um Arbeitsverträge. Trotzdem sollte eine Rechtsschutzversicherung eher als Zusatzversicherung betrachtet werden.

9. Versicherungen beim Auslandssemester oder Auslandsaufenthalt

Wer während des Studiums oder der Ausbildung ins Ausland geht, sollte sich früh um den Versicherungsschutz kümmern.

Innerhalb Europas hilft oft die Europäische Krankenversicherungskarte. Trotzdem werden nicht immer alle Kosten übernommen.

Außerhalb Europas ist meist eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung notwendig. Diese kostet oft nur wenige Euro im Monat und kann im Ernstfall wichtig werden.

Infos zu Versicherungen im Ausland beim DAAD

Welche Versicherungen junge Leute meist NICHT brauchen

Gerade junge Menschen werden oft mit unnötigen Versicherungen konfrontiert. Nicht alles ist sinnvoll.

Meist verzichtbar sind zunächst:

  • Handyversicherungen
  • Reisegepäckversicherungen
  • Brillenversicherungen
  • Sterbegeldversicherungen
  • teure Kombi-Pakete speziell für Studenten oder Azubis

Wichtiger ist, die wirklich existenziellen Risiken abzusichern.

Fazit: Wenige Versicherungen reichen oft völlig aus

Der Einstieg ins Erwachsenenleben bringt viele neue Themen mit sich – auch Versicherungen. Wichtig ist vor allem, sich nicht verrückt machen zu lassen. Die meisten Studenten und Azubis brauchen zunächst nur wenige, aber wichtige Absicherungen.

Krankenversicherung und Haftpflicht gehören praktisch zur Grundausstattung. Alles Weitere hängt davon ab, wie du wohnst, arbeitest und lebst.

Wer sich früh informiert, spart oft Geld und vermeidet teure Fehler.